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Parteien, belügt uns! Wir wollen es so

Jetzt den Eindruck zu erwecken, Unternehmen bekämen für ihre Parteispenden abseits von Rüttgers Nordrhein-Westfalen-CDU keine Gegenleistung ist heuchlerisch. Wer Jürgen Rüttgers und die CDU für ihren offenen und transparenten Umgang mit den Spendengeldern verurteilt, fördert nur die Verlogenheit in der deutschen Politik.

Das mag jetzt den einen oder anderen überraschen: Aber alle Parteien pflegen ihre Spender! Ab dem ersten Euro gibt es einen Dankesbrief mit Spendenbescheinigung. Bei größeren Beträgen selbstverständlich auch einen Dankeschön-Anruf – je höher die Summe, desto wichtiger der Dankende. Kein Parteivorsitzender wird einem Spender von mehreren tausend Euro einen Gesprächswunsch abschlagen. Das lernen die Schatzmeister der Ortsverbände schon in den einführenden Fundraising-Seminaren der Ebert-, Adenauer- und Naumannstiftung. Verhaltensregel Nummer 1: Man muss eine enge, persönliche Bindung zum Spender aufbauen und den Spender bei Bedarf an die Stellen vermitteln, ben denen sie gehört werden sollten. (weiterlesen…)

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„Ich will kiffen, sch*** auf die Schwachen“

Millionen junge Menschen kiffen, ohne dass es ihr Leben ruiniert. Millionen Menschen haben Drogen genommen oder nehmen Drogen, ohne davon abhängig zu werden. Millionen Menschen gelingt es jeden Tag, sich schon mit Alkohol jegliche Würde wegzutrinken. Trotzdem verbietet die Regierung den Besitz von weichen Drogen. Zu Recht.

Die meisten Kiffer sind keine Abhängigen, die mit Schweißperlen auf der Stirn vom Entzug, verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten Joint um runtergekommene Bahnhöfe und in Innenstädten vagabundieren. Den höchsten Anteil an Konsumenten weicher Drogen findet man nicht im Prekariat. Man findet ihn unter Studenten. Menschen, denen man den verantwortungsvollen Umgang damit durchaus zutraut und aus denen gewöhnlich trotz Drogenkonsum etwas wird. Umso schwerer wiegt der Grundrechtseingriff: Es steht dem Staat nicht zu, dem Einzelnen etwas zu untersagen, was nur ihn selbst betrifft und das dazu noch mit überschaubar negativen Konsequenzen. Eine Studie fragt, ob Studenten ihr Studium schon einmal wegen Alkohol- oder Drogenkonsums vernachlässigt hätten: Ein nicht insignifikanter Teil sei schon einmal deshalb zu spät zu einer Vorlesung gekommen. Wenn das der Maßstab für staatliche Verbote ist, dann gute Nacht. Für den Großteil der Menschen sind Drogen kein Problem. (weiterlesen…)

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Arm und Reich: Der Abstand schrumpft

Noch nie war der Abstand zwischen Arm und Reich in Deutschland geringer und er schrumpft sogar noch weiter. Die Brutto-Löhne entwickelten sich zwar in den letzten Jahren auseinander, aber das sind virtuelle Werte. Entscheidend ist, was man abseits der Statistiken von diesem Geld für einen Lebensstil finanzieren kann, und da nähern sich Arm und Reich immer mehr an.

Einen guten VW Golf bekommt man für 25.000 Euro. Man kann aber auch das Vierfache, also 100.000 Euro für einen Mercedes der S-Klasse ausgeben. Im Geldwert ein enormer Unterschied, in der Funktion nicht. Beide bringen einen solide von einem Ort zum anderen. Der größte Unterschied, der auch Einfluss auf die reale Lebensgestaltung hat, ist, ob man sich ein Auto leisten kann oder nicht. Die Trennung zwischen Arm und Reich liegt also in den folgenden Fragen: Über welche Güter verfügen Reiche, über die Arme nicht verfügen? Und gibt es da immer mehr Güter, wächst also der Abstand, oder werden es weniger, was hieße, dass der Abstand schrumpft? (weiterlesen…)

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Vom Wert der besseren Ideen

Ludwig von Mises wurde 1958 nach Buenos Aires eingeladen, in ein zerrütteltes, armes Argentinien, das weit weg war von Freiheit oder Demokratie. In sechs Vorlesungen zeichnet er von der Wurzel an die Grundgedanken seines Denkens. Sie liefern keine geschlossene Ideologie, sondern einen oberflächlichen, aber umso klareren Einblick in das Wesen der Freiheit und ihren Wert.

Nehmen wir einmal an, es sei gut, den Menschen zu verbieten, sich durch übermäßiges Rauchen oder Trinken selbst zu schaden. Aber hat man einem solchen Verbot erst einmal stattgegeben, werden andere kommen und sagen: Ist der Körper alles? Ist nicht der menschliche Geist viel wichtiger? Wenn man der Regierung das Recht zugesteht, über den Verbrauch des menschlichen Körpers zu entscheiden, nämlich, ob man rauchen oder nicht rauchen, trinken oder nicht trinken soll, dann ist es schwer, den Leuten die richtige Antwort zu geben, die behaupten: ‘Der Geist und die Seele sind viel wichtiger als der Körper, und der Mensch schadet sich weit mehr, wenn er schlechte Bücher liest oder schlechte Musik hört und sich schlechte Filme ansieht. Es ist deshalb Pflicht der Regierung, die Menschen davon abzuhalten, diese Fehler zu begehen.’ (weiterlesen…)

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Gegen die herrschende Klasse

In der sozialen Marktwirtschaft gibt es kaum einen Ort, der so hierarchisch organisiert ist wie eine Universität. Am letzten Freitag hat mich ein Fernsehteam des WDR-Magazins „Westpol“ besucht, um sich die Missstände in der Lehre zeigen zu lassen. Also standen wir im Eingang des Juridicums und haben uns die Klagelieder der passierenden Studenten angehört: Über Studienbedingungen und die Betreuung durch die Professoren. Irgendwann fragt dann der WDR-Reporter: „Würden Sie das auch vor der Kamera sagen?“ Vehementes Kopfschütteln – Auf keinen Fall. Man wisse ja nicht, welcher Professor die Diplomarbeit betreuen wird. Nicht, dass man ausversehen dem Falschen auf die Füße tritt.

Schicksale hängen ab von der Bewertung eines einzelnen Professors. Kritik beendet Karrieren. Das Humboldt-Studium unterbindet jedes Aufbegehren. Kein Unternehmen kann es sich leisten, so mit seinen Mitarbeitern umzugehen. (weiterlesen…)

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