In den letzten beiden Wochen ist euch sicherlich der eine oder andere AStA-kritische Flyer untergekommen. Neben einigen abstrusen oder schlicht unwahren Dingen gibt es da auch einen Punkt der trifft: Ja, es stimmt. Der RCDS-geführte AStA hat mit Weltpolitik nichts am Hut.
Hinter diesem Vorwurf steckt der große Glaubensstreit der verfassten Studierendenschaft. Was ist die Kernaufgabe einer gewählten Studentenvertretung? Seminare und Vorlesungen zu Marx? Oder die studentische Vertretung in den Gremien der Universität?
Der aktuelle AStA hat sich da eindeutig festgelegt: Letzteres steht im Mittelpunkt. Denn die Ressourcen, die ein AStA hat, sind nun einmal begrenzt. Personell und finanziell. Die Reformprozesse der Universität erfordern vollen Einsatz und sämtliches Engagement, wenn wir sie als Studenten mitgestalten wollen. Der aktuelle AStA beackert dieses Feld.
Man mag uns da auch entschuldigen, wenn wir nicht zu jeder Unwahrheit in den Flyern der Linken eine Antwort schreiben. Wenn ich mich zwischen dieser und der Organisation einer Veranstaltung zur Stipendienstiftung entscheiden muss, lande ich allzu oft bei letzterem. Das bringt womöglich keine Stimmen bei der nächsten Wahl. Aber es ist richtig.
Kein revolutionärer Kampfverband
Der AStA sollte kein politisch-revolutionärer Kampfverband sein. Die „Zukunftschancen des Marxismus“ zu diskutieren, mag zwar für bestimmte Gruppen interessant sein. Dieses Privatvergnügen einiger weniger jeden Studenten über seinen (Zwangs-)Beitrag bezahlen zu lassen, ist unanständig.
Ich möchte den linken Gruppen die Kompetenz in diesem Feld gar nicht absprechen. Die LUST organisierte vielgelobte Veranstaltungen zu Adorno, Nahostkonflikt und „Entschwörungstheorie“. Genauso wenig sprechen die linken Gruppen dem „Rechts-AStA“ die Kompetenz im zweiten Feld ab. Anlass für Kritik auf ihren Flyern haben sie bisher im Bereich der studentischen Vertretung noch keinen gefunden. Und Lob passt wohl nicht ganz in den Kontext.
Tags: Ideologie













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