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Gegen die herrschende Klasse

In der sozialen Marktwirtschaft gibt es kaum einen Ort, der so hierarchisch organisiert ist wie eine Universität. Am letzten Freitag hat mich ein Fernsehteam des WDR-Magazins „Westpol“ besucht, um sich die Missstände in der Lehre zeigen zu lassen. Also standen wir im Eingang des Juridicums und haben uns die Klagelieder der passierenden Studenten angehört: Über Studienbedingungen und die Betreuung durch die Professoren. Irgendwann fragt dann der WDR-Reporter: „Würden Sie das auch vor der Kamera sagen?“ Vehementes Kopfschütteln – Auf keinen Fall. Man wisse ja nicht, welcher Professor die Diplomarbeit betreuen wird. Nicht, dass man ausversehen dem Falschen auf die Füße tritt.

Schicksale hängen ab von der Bewertung eines einzelnen Professors. Kritik beendet Karrieren. Das Humboldt-Studium unterbindet jedes Aufbegehren. Kein Unternehmen kann es sich leisten, so mit seinen Mitarbeitern umzugehen. (weiterlesen…)

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Mit Pinkwart echte Probleme lösen

„Die Studiensituation an den Hochschulen in NRW vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste“ war das Thema der Wissenschaftsausschusssitzung im Landtag, zu der ich als Sachverständiger geladen war.

Mit mir  eingeladen als studentischer Vertreter: Hilmar Schulz (Linke.SDS) von der Hochschule Niederrhein. Pünktlich zehn Minuten vor Sitzungsbeginn stehen wir vor dem noch verschlossenen Tagungsraum. Die Gelegenheit, sich kurz abzusprechen. Hilmar und ich sind uns trotz aller politischer Gegensätze einig: Heute geht es einmal nicht um Studienbeiträge. Wir wissen, wie die Ausschussmitglieder zu diesem Thema stehen, das ist schon unzählige Male dokumentiert worden. Es gibt noch genug andere Probleme an den Universitäten, mit denen sich die Politik auch einmal beschäftigen muss. (weiterlesen…)

Bildungsstreik? Alle finden’s gut?

Darüber, dass Hörsaalbesetzungen nicht der richtige Weg sind, mehr Bildung zu fordern, braucht man wahrscheinlich nicht lange streiten. Logisch ist es schwer zu vermitteln, dass man mehr Bildung fordert, indem man Vorlesungen blockiert, in denen andere Studenten gerne etwas lernen würden. Die zusätzlichen Kosten der Besetzung werden an anderer Stelle in der Lehre eingespart werden müssen.

Trotzdem fordere ich die Universität auf, sich mit den aufgestellten Forderungen intensiv auseinanderzusetzen. Denn der Unmut dahinter ist berechtigt. Selbst wenn da nicht jede der Forderung Hand und Fuß hat. Einige der Ideen der Bildungsstreikenden möchte ich hier diskutieren. (weiterlesen…)

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Den Kopf in den Sand stecken

Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres am 19. Oktober 2009

„Sie mögen mir das heute hoffentlich verzeihen. Eigentlich rede ich ungerne schlecht über Dinge. Aber ich habe mir sagen lassen, dass es heute dramaturgisch mein Job sei, für einen ganz kurzen Moment die Feststimmung zu unterbrechen, um Schlechtes zu kritisieren und auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

Ich bin jedes Mal überrascht, wenn ich lese oder höre, dass die Universität viel zu sehr zum Unternehmen wird. Nun sind wir uns sicherlich alle einig, dass eine Universität kein reines Unternehmen sein kann oder sein sollte, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass die real-existierende Universität Bonn viel weniger einem Unternehmen gleicht als vielmehr einer Behörde, die sie noch viel weniger sein sollte. (weiterlesen…)

Studentenvertretung oder Weltpolitik

In den letzten beiden Wochen ist euch sicherlich der eine oder andere AStA-kritische Flyer untergekommen. Neben einigen abstrusen oder schlicht unwahren Dingen gibt es da auch einen Punkt der trifft: Ja, es stimmt. Der RCDS-geführte AStA hat mit Weltpolitik nichts am Hut.

Hinter diesem Vorwurf steckt der große Glaubensstreit der verfassten Studierendenschaft. Was ist die Kernaufgabe einer gewählten Studentenvertretung? Seminare und Vorlesungen zu Marx? Oder die studentische Vertretung in  den Gremien der Universität? (weiterlesen…)