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	<title>jwschoop.de &#187; Hochschulpolitik</title>
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		<title>Gegen die herrschende Klasse</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 06:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Professoren]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bonn]]></category>

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		<description><![CDATA[In der sozialen Marktwirtschaft gibt es kaum einen Ort, der so hierarchisch organisiert ist wie eine Universit&#228;t.

Am letzten Freitag hat mich ein Fernsehteam des WDR-Magazins „Westpol“ besucht, um sich die Missst&#228;nde in der Lehre zeigen zu lassen. Also standen wir im Eingang des Juridicums und haben uns die Klagelieder der passierenden Studenten angeh&#246;rt: &#220;ber Studienbedingungen und die Betreuung durch die Professoren. Irgendwann fragt dann der WDR-Reporter: „W&#252;rden Sie das auch vor der Kamera sagen?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der sozialen Marktwirtschaft gibt es kaum einen Ort, der so hierarchisch organisiert ist wie eine Universit&#228;t. Am letzten Freitag hat mich ein Fernsehteam des WDR-Magazins „Westpol“ besucht, um sich die Missst&#228;nde in der Lehre zeigen zu lassen. Also standen wir im Eingang des Juridicums und haben uns die Klagelieder der passierenden Studenten angeh&#246;rt: &#220;ber Studienbedingungen und die Betreuung durch die Professoren. Irgendwann fragt dann der WDR-Reporter: „W&#252;rden Sie das auch vor der Kamera sagen?“ Vehementes Kopfsch&#252;tteln – Auf keinen Fall. Man wisse ja nicht, welcher Professor die Diplomarbeit betreuen wird. Nicht, dass man ausversehen dem Falschen auf die F&#252;&#223;e tritt.</p>
<p>Schicksale h&#228;ngen ab von der Bewertung eines einzelnen Professors. Kritik beendet Karrieren. Das Humboldt-Studium unterbindet jedes Aufbegehren. Kein Unternehmen kann es sich leisten, so mit seinen Mitarbeitern umzugehen.<span id="more-21"></span></p>
<div class="content_main_box"><img src="http://www.jwschoop.de/wp-content/themes/jws2/images/content_right_links_top.jpg" alt="" title="" class="content_right_links_top"/>
			<div class="content_right_box"><a href="http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2009/1129/studentenproteste.jsp?smonat=2010-3" title="&quot;Das Geld fließt nicht in Qualität&quot;" target="_blank"><img style="float:left;padding-right:3px" src="http://www.jwschoop.de/wp-content/uploads/2010/02/2010-02-12_westpol.jpg"  alt="&quot;Das Geld fließt nicht in Qualität&quot;"  title="&quot;Das Geld fließt nicht in Qualität&quot;" /><b>&quot;Das Geld fließt nicht in Qualität&quot;</b><br/></a>
Ein TV-Bericht zu Studentenprotesten und Studienbedingungen bei WESTPOL im WDR.</div>
			<img src="http://www.jwschoop.de/wp-content/themes/jws2/images/content_right_links_bottom.jpg" alt="" title="" class="content_right_links_bottom"/></div><p>Noch gr&#246;&#223;er wird die Abh&#228;ngigkeit bei Promovenden. Wer kann seinem Professor schon den Wunsch abschlagen, ganztags zu arbeiten, obwohl man nur eine Viertelstelle hat? Selbstverst&#228;ndlich unterst&#252;tzt man die wissenschaftliche Arbeit seines Professors selbstlos! Abh&#228;ngigkeit ist die Voraussetzung f&#252;r Ausbeutung.</p>
<p><strong>Mehr Geld – nicht f&#252;r die Lehre</strong><br />
&#220;ber ein Graduiertenkolleg aus der Exzellenzinitiative und Studienbeitr&#228;ge ist der Fachbereich VWL unser Uni ordentlich gewachsen: Neue Professuren wurden eingerichtet und neue wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt. Jeder Professor hat ein gesetzliches Lehrdeputat. Man rechnet also damit, dass auch mehr Lehrveranstaltungen angeboten werden. Die Realit&#228;t sieht anders aus: Das Angebot bleibt dasselbe. Aber statt von Spitzenforschern werden die Vorlesungen jetzt von Juniorprofessoren gehalten. Die Professoren haben den gewachsenen finanziellen Spielraum geschickt genutzt, um sich von Lehrbelastungen zu entledigen.</p>
<p>Auf der Senatssitzung am dritten Dezember kommentierte ein professoraler Senator  die Kritik an den Studienbedingungen: „Wenn Sie nur Lehre wollen, dann  gehen Sie doch auf eine FH.“ Andere Professoren applaudierten.</p>
<p>Kritik an den Studienordnungen ist richtig. Sie vertreibt aber nicht den Muff, der sich in den Universit&#228;ten angesammelt hat. Universit&#228;t muss sich grundlegend ver&#228;ndern. Deshalb m&#252;ssen wir endlich &#252;ber die Privilegien und Verfehlungen von Professoren reden.</p>
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		<title>Mit Pinkwart echte Probleme l&#246;sen</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 06:11:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landtag NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Pinkwart]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Studiensituation an den Hochschulen in NRW vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste“ war das Thema der Wissenschaftsausschusssitzung im Landtag, zu der ich als Sachverst&#228;ndiger geladen war.
Mit mir  eingeladen als studentischer Vertreter: Hilmar Schulz (Linke.SDS) von der Hochschule Niederrhein. P&#252;nktlich zehn Minuten vor Sitzungsbeginn stehen wir vor dem noch verschlossenen Tagungsraum. Die Gelegenheit, sich kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Studiensituation an den Hochschulen in NRW vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste“ war das Thema der Wissenschaftsausschusssitzung im Landtag, zu der ich als Sachverst&#228;ndiger geladen war.</p>
<p>Mit mir  eingeladen als studentischer Vertreter: Hilmar Schulz (Linke.SDS) von der Hochschule Niederrhein. P&#252;nktlich zehn Minuten vor Sitzungsbeginn stehen wir vor dem noch verschlossenen Tagungsraum. Die Gelegenheit, sich kurz abzusprechen. Hilmar und ich sind uns trotz aller politischer Gegens&#228;tze einig: Heute geht es einmal nicht um Studienbeitr&#228;ge. Wir wissen, wie die Ausschussmitglieder zu diesem Thema stehen, das ist schon unz&#228;hlige Male dokumentiert worden. Es gibt noch genug andere Probleme an den Universit&#228;ten, mit denen sich die Politik auch einmal besch&#228;ftigen muss.<span id="more-107"></span></p>
<p><strong>„Die Ziele sind definiert“</strong><br />
Die Sitzung beginnt mit den anderen zwei Sachverst&#228;ndigen. Der Rektor der Universit&#228;t K&#246;ln und die Rektorin der Fachhochschule Bielefeld beschreiben die Studienbedingungen aus ihrer Sicht: Klar gebe es Probleme, aber die seien l&#246;sbar und man sei sowieso auf dem richtigen Weg. Die Studenten h&#228;tten es nur so unheimlich eilig. Sie m&#252;ssen sich einfach mehr Gedulden. Man habe l&#228;ngst „Ziele definiert“ um zu evaluieren und dann Ma&#223;nahmen zu ergreifen. Dazu sei man willens.</p>
<p>Endlich sind wir Studenten dran. Hilmar beginnt mit den Klassikern der studentischen Forderungen: Anwesenheitspflichten, &#252;berladene Studienordnungen und unn&#246;tige Pr&#252;fungsbelastungen.<br />
Dann darf ich endlich reden. Ich versuche meinen Fokus auf Themen zu legen, bei denen das Land wirklich etwas mitzureden hat: Dass die Rektoren die Probleme erkennen und irgendwann Ma&#223;nahmen ergreifen wollen ist gut. Aber das darf nicht erst in ein paar Jahren passieren, sondern muss sofort geschehen! Dass von der Idee bis zur Umsetzung in der Universit&#228;t Jahre und Jahrzehnte stehen k&#246;nnen, ist nicht mehr akzeptabel. Das Land muss den Universit&#228;ten Strukturen geben, die es erlauben, Probleme, &#252;ber deren Existenz sich alle einig sind und f&#252;r die auch alle die L&#246;sungen kennen, deutlich schneller zu l&#246;sen. Das geht nur mit st&#228;rkeren Rektoren und Dekanen.</p>
<p>Mit ihrer Forschungsorientierung unterl&#228;uft die Politik die Verbesserung in der Lehre. Ein Professor hat nur ein begrenztens Zeitbudget. Spitzenleistungen in der Forschung gehen in der Praxis sehr oft auf Kosten der Lehre. F&#252;r Forschung bekommt ein Professor Drittmittel, Anerkennung und Ruhm. Dagegen gibt es bisher keinen vern&#252;nftigen Grund, sich in der Lehre mit seinen Studenten M&#252;he zu geben.</p>
<p>&#220;ber die Exzellenzinitiative wird diese Dynamik sogar noch befeuert: Die wichtigste F&#246;rderung, die Professoren auf dem Weg zur Spitzenforschung erfahren, ist die Absenkung des Lehrdeputats durch die Universit&#228;t.</p>
<p><strong>Pinkwart bietet L&#246;sungen</strong><br />
Der Minister geht darauf sachkundig und detailiert ein. Bei der n&#228;chsten Exzellenzinitiative werde die Lehre eine wesentliche Rolle spielen. Universit&#228;ten, die dort auf den hinteren Pl&#228;tzen landen, seien nicht exzellent. Diese Haltung hat er auch mittlerweile in einer Pressemitteilung noch einmal &#246;ffentlich gemacht. Universit&#228;ten, die schnelle &#196;nderungen an Studienordnungen mit Blick auf die Re-Akkreditierung scheuen, w&#252;rde er eine ministeriale Sondergenehmigung erteilen. Schnelle Ver&#228;nderungen sind damit m&#246;glich.</p>
<p>Das ist ein deutlicher Kontrast zu den Landtagsabgeordneten. Die haben nur ein Thema: Studienbeitr&#228;ge. Das ist sch&#246;n einfach und schlagwortf&#228;hig. Daf&#252;r muss man sich auch nicht mit vielen Details besch&#228;ftigen. Auch der Hinweis, dass wir Studenten heute von etwas ganz anderem geredet haben, bringt sie davon nicht mehr ab.</p>
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		<title>Bildungsstreik? Alle finden&#8217;s gut?</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 06:55:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulrat]]></category>
		<category><![CDATA[Studiengebühren]]></category>

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		<description><![CDATA[Dar&#252;ber, dass H&#246;rsaalbesetzungen nicht der richtige Weg sind, mehr Bildung zu fordern, braucht man wahrscheinlich nicht lange streiten. Logisch ist es schwer zu vermitteln, dass man mehr Bildung fordert, indem man Vorlesungen blockiert, in denen andere Studenten gerne etwas lernen w&#252;rden. Die zus&#228;tzlichen Kosten der Besetzung werden an anderer Stelle in der Lehre eingespart werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dar&#252;ber, dass H&#246;rsaalbesetzungen nicht der richtige Weg sind, mehr Bildung zu fordern, braucht man wahrscheinlich nicht lange streiten. Logisch ist es schwer zu vermitteln, dass man mehr Bildung fordert, indem man Vorlesungen blockiert, in denen andere Studenten gerne etwas lernen w&#252;rden. Die zus&#228;tzlichen Kosten der Besetzung werden an anderer Stelle in der Lehre eingespart werden m&#252;ssen.</p>
<p>Trotzdem fordere ich die Universit&#228;t auf, sich mit den aufgestellten Forderungen intensiv auseinanderzusetzen. Denn der Unmut dahinter ist berechtigt. Selbst wenn da nicht jede der Forderung Hand und Fu&#223; hat. Einige der Ideen der Bildungsstreikenden m&#246;chte ich hier diskutieren.<span id="more-19"></span></p>
<p><strong>Hochschulr&#228;te</strong><br />
Hochschulr&#228;te sind der gr&#246;&#223;te Gl&#252;cksfall f&#252;r die studentischen Interessen der letzten Jahrzehnte.<br />
Die Professoren und Mitarbeiter in den Gremien sind klassische Interessenvertreter. Ihr Interesse steht nicht selten gegen das der Studenten. Viele Professoren wollen lieber forschen als Vorlesungen geben. Exzellente Forschung geht nur auf Kosten der Lehre.</p>
<p>Externe Hochschulr&#228;te haben innerhalb der Universit&#228;t keine eigenen Interessen. Sie stehen &#252;ber den Verteilungsk&#228;mpfen und sind mit Argumenten zu &#252;berzeugen. Mit ihrer Unterst&#252;tzung haben wir in Bonn Erfolge erzielen k&#246;nnen, die im Senat niemals m&#246;glich gewesen w&#228;ren.<strong></strong></p>
<p><strong>Reale Studienordnungen in die Hand nehmen!</strong><br />
Alle sind der festen &#220;berzeugung, dass Bachelor und Master ver&#228;ndert werden m&#252;ssen. Von Annette Schavan bis zum Rektor. Die Forderung alleine f&#252;hrt zu nichts. Man muss auch sagen, was man ver&#228;ndern m&#246;chte und das so konkret wie nur m&#246;glich.</p>
<p>Anders als einige Universit&#228;tsangeh&#246;rige das manchmal glauben machen m&#246;chten, werden die Studienordnungen nicht in D&#252;sseldorf oder Berlin geschrieben, sondern in den Fakult&#228;tsr&#228;ten der Universit&#228;t. Die Fakult&#228;ten alleine sind daf&#252;r verantwortlich, wie das Studium in Bonn aussieht.<br />
Wenn man das Problem also angehen m&#246;chte, muss man es an Hand der konkreten Studienordnungen tun. Man gehe kurz auf die Seite der Universit&#228;t, lade sie runter und formuliere konkrete &#196;nderungsvorschl&#228;ge und -antr&#228;ge. Gew&#246;hnlich kann jeder Student seinen &#196;nderungsantrag sogar selbst in den Fakult&#228;tsrat einbringen.</p>
<p>Das erfordert allerdings viel Einsatz und Detailarbeit. Je konkreter und weitgehender die &#196;nderungsvorschl&#228;ge werden, desto schneller wird die breite Zustimmung zusammenbrechen. Das ist fast zwingend, denn wir wollen etwas von den Professoren und der Universit&#228;t. Nicht alle sind bereit, f&#252;r eine bessere Lehre auch etwas herzugeben. Wenn hin und wieder ein Professor einen roten Kopf bekommt, wei&#223; man gew&#246;hnlich, dass man da auf dem richtigen Weg ist.</p>
<p><strong>Parit&#228;tische Beteiligung</strong><br />
Es wird auch gefordert, dass Studenten parit&#228;tisch in allen Universit&#228;tsgremien vertreten sein sollten. Das hat das Land Bremen schon einmal versucht. Das Bundesverfassungsgericht hat das 1973 als Versto&#223; gegen die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Wissenschaft gewertet. Professoren m&#252;ssen in den Gremien die Mehrheit haben. Das gilt, solange das Grundgesetz gilt.</p>
<p><strong>Nicht in die Studiengeb&#252;hrenfalle treten</strong><br />
Die Einf&#252;hrung von Studienbeitr&#228;gen war f&#252;r die Universit&#228;tsverantwortlichen ein Gl&#252;cksfall. Nicht des Geldes wegen. Sondern weil ihnen klar war, dass ab sofort jeder studentischer Widerspruch von diesem Thema dominiert sein wird. Der Rest geht daneben unter. Schlechte Lehre? Egal. Die Studenten reden &#252;ber Studiengeb&#252;hren. Es sei nur kurz angemerkt, dass, auch wenn Studiengeb&#252;hren wegfallen, die Lehre kein bisschen besser wird.</p>
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		<title>Den Kopf in den Sand stecken</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 08:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bonn]]></category>

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		<description><![CDATA[Rede zur Er&#246;ffnung des akademischen Jahres am 19. Oktober 2009
„Sie m&#246;gen mir das heute hoffentlich verzeihen. Eigentlich rede ich ungerne schlecht &#252;ber Dinge. Aber ich habe mir sagen lassen, dass es heute dramaturgisch mein Job sei, f&#252;r einen ganz kurzen Moment die Feststimmung zu unterbrechen, um Schlechtes zu kritisieren und auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.
Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rede zur Er&#246;ffnung des akademischen Jahres am 19. Oktober 2009</em></p>
<p>„Sie m&#246;gen mir das heute hoffentlich verzeihen. Eigentlich rede ich ungerne schlecht &#252;ber Dinge. Aber ich habe mir sagen lassen, dass es heute dramaturgisch mein Job sei, f&#252;r einen ganz kurzen Moment die Feststimmung zu unterbrechen, um Schlechtes zu kritisieren und auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.</p>
<p>Ich bin jedes Mal &#252;berrascht, wenn ich lese oder h&#246;re, dass die Universit&#228;t viel zu sehr zum Unternehmen wird. Nun sind wir uns sicherlich alle einig, dass eine Universit&#228;t kein reines Unternehmen sein kann oder sein sollte, aber mein pers&#246;nlicher Eindruck ist, dass die real-existierende Universit&#228;t Bonn viel weniger einem Unternehmen gleicht als vielmehr einer Beh&#246;rde, die sie noch viel weniger sein sollte.<span id="more-15"></span></p>
<p>Das unternehmerische Denken, dessen Einzug in die Universit&#228;t vielen Angst zu machen scheint, kreist gew&#246;hnlich um die Frage, wie man etwas besser machen kann – besser als bisher und besser als die Konkurrenz. Denn darum geht es mittlerweile fast ausschlie&#223;lich.</p>
<p><strong>Hochschulfreiheitsgesetz</strong><br />
Sie sind es wahrscheinlich gew&#246;hnt zu lesen, dass Studenten das Hochschulfreiheitsgesetz kritisieren. Ich tue das nicht. Ich bin der &#220;berzeugung, dass sich Universit&#228;t ver&#228;ndern muss. Aber wohin sich Universit&#228;t entwickelt – die Entscheidung m&#246;chte ich ganz sicher nicht in die H&#228;nde von Politikern legen. Denn daf&#252;r ist sie zu wichtig.</p>
<p>Das Hochschulfreiheitsgesetz hat ein anderes Prinzip. Wir lassen jede Universit&#228;t selbst entscheiden, wohin sie sich entwickelt. Wir setzen darauf, dass m&#246;glichst viele verschiedene Wege ausprobiert werden. Und wir schauen, welche erfolgreich sind – und welche nicht.</p>
<p>F&#252;r dieses Modell der Selbstzur&#252;cknahme der Politik und des kreativen Prozesses steht das Hochschulfreiheitsgesetz. Aber wir wissen auch: Jeder Anfang ist schwer und bringt gewisse Reibungsverluste. Der Start in die Unabh&#228;ngigkeit noch viel mehr, aber auch da hat die Politik ausnahmsweise dran gedacht.</p>
<p><strong>Finanziell gest&#228;rkt</strong><br />
Niemand kann bestreiten, dass die Universit&#228;ten in den letzten Jahren finanziell deutlich solider ausgestattet wurden. &#220;ber Exzellenz-Initiativen, Hochschulpakte, regul&#228;re Haushaltsmittel, aber vor allem auch &#252;ber Studienbeitr&#228;ge. Das hat Freir&#228;ume geschaffen, unternehmerisch denken zu k&#246;nnen, innovativ zu sein und Dinge besser zu machen.</p>
<p>Der Ball liegt also ganz eindeutig im Spielfeld der einzelnen Universit&#228;ten. Sie bestimmen ihre Entwicklung. Ihr Erfolg ist hausgemacht. Ihr Misserfolg vor allem eigenes Scheitern.</p>
<p><strong>Kopf in den Sand gesteckt?</strong><br />
Was bedeutet das f&#252;r Bonn – und f&#252;r den vermeintlichen Bonner Weg, so es einen gibt. Wie erfolgreich sind wir in der neuen Unabh&#228;ngigkeit?</p>
<p>Der Wettbewerb dr&#252;ckt auf die Universit&#228;t Bonn. Und die einfachste Variante auf Wettbewerb zu reagieren ist, den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass der Sturm vor&#252;berzieht.<br />
Die sichtbarsten Boten des Wettbewerbs sind Rankings. Einsch&#228;tzungen dar&#252;ber, welche Universit&#228;ten die guten und welche die schlechten sind. &#220;ber das CHE – Zentrum f&#252;r Hochschulentwicklung und dessen Ranking kann man sicherlich vieles denken und sich lange &#252;ber seine Methodik streiten. Wenn man aber wie die Universit&#228;t Bonn schlecht abschneidet und dann aussteigt, m&#246;gen da manche einen Zusammenhang konstruieren, den das Rektorat sicherlich bestreiten wird.</p>
<p>Jetzt wollen wir stattdessen das Ranking des Wissenschaftsrates unterst&#252;tzen. Es sei nur kurz angemerkt, dass die Teilnahme an zwei Rankings sich nicht gegenseitig ausschlie&#223;t. Und dass es objektiv keinen Grund gibt, zu erwarten, dass wir in diesem Ranking besser abschneiden. Was machen wir dann? Wieder aussteigen?</p>
<p>Im Wettbewerb gilt die Frage: Was tun wir, was andere nicht tun? Ob es Universit&#228;ten gibt, die sich nicht als internationale Forschungsuniversit&#228;t beschreiben w&#252;rden, wie wir das tun, wei&#223; ich nicht.</p>
<p><strong>Studentische Marktmacht</strong><br />
Der Wettbewerb zwischen den Hochschulen gibt uns Studenten neben der mehr oder minder erfolgreichen Mitbestimmung in den Universit&#228;tsgremien ein sehr viel st&#228;rkeres Machtmittel. Wenn man von der ZVS nicht mehr einem Studienstandort zugeteilt wird, wie ein Soldat einer Kaserne, dann sucht man sich die Universit&#228;t, von der man glaubt, dass sie das Beste aus den eigenen F&#228;higkeiten herausholt.</p>
<p>Das Ministerium meldete letzte Woche, dass die Zahl der Erstsemester in ganz Nordrhein-Westfalen verglichen mit dem letzten Wintersemester um sieben Prozent gestiegen sei. An nicht-technischen Volluniversit&#228;ten sogar noch mehr. Wenn wir hier in Bonn nur durchschnittlich erfolgreich gewesen w&#228;ren – durchschnittlich – also ganz weit weg von „Exzellenz“ oder „Elite“, m&#252;sste man erwarten, dass wir 260 zus&#228;tzliche Erstsemester h&#228;tten begr&#252;&#223;en d&#252;rfen.</p>
<p>Diese H&#252;rde haben wir gerissen.  Stattdessen sind es sogar einhundert weniger als noch im letzten Wintersemester. Eine kurze Recherche bei den anderen Universit&#228;ten legt die Vermutung nahe, dass wir zumindest damit ein Alleinstellungsmerkmal in der nordrhein-westf&#228;lischen Universit&#228;tslandschaft haben.</p>
<p>Der Wettbewerb in diesem Bereich wird sogar noch h&#228;rter: Die Studenten, die bereits einen Bachelor-Abschluss erworben haben, gehen an die Studienort-Wahl f&#252;r ihren Master deutlich weniger naiv heran. Die haben schon einmal eine Universit&#228;t von innen gesehen und k&#246;nnen absch&#228;tzen wo drauf es ankommt. Da m&#252;ssen sich die Universit&#228;ten noch mehr anstrengen, damit die leistungsstarken Absolventen zu ihnen kommen. Die ersten Anmeldezahlen f&#252;r die jetzt gestarteten Master an unserer Universit&#228;t verhei&#223;en da wieder nichts Gutes.</p>
<p><strong>Wettbewerb annehmen!</strong><br />
Wir m&#252;ssen den Wettbewerb annehmen. Das erfordert vor allem eines von uns: Mut. Wir m&#252;ssen uns trauen, Dinge anders zu machen als bisher und anders als alle anderen Universit&#228;ten. Damit wir das wieder aufholen, was wir zur&#252;ckgefallen sind.</p>
<p>Wir m&#252;ssen es wieder schaffen, dass ein Abschluss an der Universit&#228;t Bonn die Garantie f&#252;r den erfolgreichen Einstieg in den Beruf ist. Wir d&#252;rfen nicht vermitteln, dass diesen Abschluss zu erhalten selbstverst&#228;ndlich ist. Dass es unser Interesse ist, den Workload f&#252;r Studenten m&#246;glichst weit zu reduzieren. Oder dass „Selbststudium“ eigentlich nur eine nette Umschreibung f&#252;r Freizeit ist. Es ist ja nicht so, dass von dieser oft gemachten Fehleinsch&#228;tzung Studenten profitieren, sondern vor allem profitieren Dozenten, die von Lehrbelastungen befreit werden.</p>
<p>Verschulung des Studiums – das ist ein Kampfbegriff. Die Zeiten, in denen die besten und privilegierten f&#252;nf Prozent eines Jahrgangs studiert haben, sind vorbei. Eine Universit&#228;t, die vierzig Prozent eines Jahrgangs qualifizieren soll, sieht selbstverst&#228;ndlich anders aus. Verschulung hei&#223;t nicht weniger Wahlm&#246;glichkeiten zu haben, sondern vor allem, st&#228;rker von Universit&#228;t und Dozenten in seinem Studium begleitet, unterst&#252;tzt und gefordert zu werden. Das ist vor  allem ein Anspruch an die Universit&#228;t, Studieng&#228;nge so zu gestalten, dass sie beruflichen Erfolg garantieren und Studienbedingungen so zu gestalten, dass sie Erfolg im Studium erm&#246;glichen. Ein Studium, das mit 20 Wochenstunden auskommt und sonst Freizeit l&#228;sst, qualifiziert nicht f&#252;r die Anspr&#252;che, die Studenten haben.</p>
<p>Am verschultesten studiert man, wenn man einen MBA an einer internationalen Elite-Universit&#228;t anstrebt. Studieng&#228;nge, von denen erfolgreiche Absolventen sagen, dass sie mehr gebracht haben als jedes Studium davor und dass sie f&#252;r ihren weiteren Erfolg ausschlaggebend waren.“</p>
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		<title>Studentenvertretung oder Weltpolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 07:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten beiden Wochen ist euch sicherlich der eine oder andere AStA-kritische Flyer untergekommen. Neben einigen abstrusen oder schlicht unwahren Dingen gibt es da auch einen Punkt der trifft: Ja, es stimmt. Der RCDS-gef&#252;hrte AStA hat mit Weltpolitik nichts am Hut.
Hinter diesem Vorwurf steckt der gro&#223;e Glaubensstreit der verfassten Studierendenschaft. Was ist die Kernaufgabe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten beiden Wochen ist euch sicherlich der eine oder andere AStA-kritische Flyer untergekommen. Neben einigen abstrusen oder schlicht unwahren Dingen gibt es da auch einen Punkt der trifft: Ja, es stimmt. Der RCDS-gef&#252;hrte AStA hat mit Weltpolitik nichts am Hut.</p>
<p>Hinter diesem Vorwurf steckt der gro&#223;e Glaubensstreit der verfassten Studierendenschaft. Was ist die Kernaufgabe einer gew&#228;hlten Studentenvertretung? Seminare und Vorlesungen zu Marx? Oder die studentische Vertretung in  den Gremien der Universit&#228;t?<span id="more-13"></span></p>
<p>Der aktuelle AStA hat sich da eindeutig festgelegt: Letzteres steht im Mittelpunkt. Denn die Ressourcen, die ein AStA hat, sind nun einmal begrenzt. Personell und finanziell. Die Reformprozesse der Universit&#228;t erfordern vollen Einsatz und s&#228;mtliches Engagement, wenn wir sie als Studenten mitgestalten wollen. Der aktuelle AStA beackert dieses Feld.</p>
<p>Man mag uns da auch entschuldigen, wenn wir nicht zu jeder Unwahrheit in den Flyern der Linken eine Antwort schreiben. Wenn ich mich zwischen dieser und der Organisation einer Veranstaltung zur Stipendienstiftung entscheiden muss, lande ich allzu oft bei letzterem. Das bringt wom&#246;glich keine Stimmen bei der n&#228;chsten Wahl. Aber es ist richtig.</p>
<p><strong>Kein revolution&#228;rer Kampfverband</strong><br />
Der AStA sollte kein politisch-revolution&#228;rer Kampfverband sein. Die „Zukunftschancen des Marxismus“ zu diskutieren, mag zwar f&#252;r bestimmte Gruppen interessant sein. Dieses Privatvergn&#252;gen einiger weniger jeden Studenten &#252;ber seinen (Zwangs-)Beitrag bezahlen zu lassen, ist unanst&#228;ndig.</p>
<p>Ich  m&#246;chte den linken Gruppen die Kompetenz in diesem Feld gar nicht absprechen. Die LUST organisierte vielgelobte Veranstaltungen zu Adorno, Nahostkonflikt und „Entschw&#246;rungstheorie“. Genauso wenig sprechen die linken Gruppen dem „Rechts-AStA“ die Kompetenz im zweiten Feld ab. Anlass f&#252;r Kritik auf ihren Flyern haben sie bisher im Bereich der studentischen Vertretung noch keinen gefunden. Und Lob passt wohl nicht ganz in den Kontext.</p>
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		<title>Kapazit&#228;tsverordnung statt Revolution</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 07:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>j.w. schoop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[AStA]]></category>

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		<description><![CDATA[AStA &#8211; das K&#252;rzel steht f&#252;r „Allgemeiner Studierendenausschuss“, die gew&#228;hlte Vertretung der Studierendenschaft. Anderswo ist dieser nicht selten eine Spielwiese linker und linksextremistischer Politfunktion&#228;re, die die finanziellen Ressourcen des AStA nutzen, um ein klein wenig Weltrevolution zu spielen.
So ein bisschen neidisch bin ich schon, wenn ich mir beim LAT, dem Treffen aller ASten in NRW, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>AStA &#8211; das K&#252;rzel steht f&#252;r „Allgemeiner Studierendenausschuss“, die gew&#228;hlte Vertretung der Studierendenschaft. Anderswo ist dieser nicht selten eine Spielwiese linker und linksextremistischer Politfunktion&#228;re, die die finanziellen Ressourcen des AStA nutzen, um ein klein wenig Weltrevolution zu spielen.</p>
<p>So ein bisschen neidisch bin ich schon, wenn ich mir beim LAT, dem Treffen aller ASten in NRW, die Geschichten spannender Demonstrationen, Besetzungen und des revolution&#228;ren Kampfes gegen Ausbeutung, &#220;berwachungsstaat und Unterdr&#252;ckung anh&#246;ren darf. Daneben ist Hochschulpolitik doch ein eher langweiliges Feld.<span id="more-9"></span></p>
<p><strong>„Kapazit&#228;tsverordnung“</strong><br />
Hochschulpolitik erfordert eine gewisse Detailversessenheit. Begriffe wie „Kapazit&#228;tsverordnung“ sind schon in sich der Versuch einer b&#252;rokratischen Abschreckung. Hochschulpolitik erfordert viel Einarbeitungszeit, damit man die grundlegenden Zusammenh&#228;nge versteht.</p>
<p>Dabei ist eine starke studentische Vertretung wichtig. Fast alle Beschl&#252;sse in Universit&#228;tsgremien betreffen Studium und Studierendenschaft. Zwar haben wir in den Gremien keine Mehrheit, aber wir brauchen Vertreter, die Argumente vorbereiten, einbringen und wirkungsm&#228;chtig &#252;berzeugen. Dabei kann und muss der AStA eine wichtige Rolle &#252;bernehmen.</p>
<p><strong>Zusammenarbeit funktioniert</strong><br />
Seit April ist der AStA in Bonn keine Spielwiese linker Politfunktion&#228;re mehr. Zum ersten Mal seit Langem gibt es eine ernsthafte Zusammenarbeit mit den studentischen Mitgliedern der Universit&#228;tsgremien und der Fachschaftenkonferenz.</p>
<p>Das zahlt sich aus: In vielen Bereichen k&#246;nnen wir den studentischen Gremienvertretern wichtigen inhaltlichen Input liefern und Ihre Arbeit mit Recherchen und Argumenten untermauern.  Konzertierte Aktionen bringen die Universit&#228;t zum Umdenken: Wenn der AStA Unterschriften sammelt, die Fakult&#228;tsr&#228;te Beschl&#252;sse herbeif&#252;hren und Fachschaften, wo immer m&#246;glich dieses Thema ansprechen, dann ist auch eine Stipendienstiftung aus Studienbeitr&#228;gen nicht mehr unverr&#252;ckbar.</p>
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