Tag ‘Universität Bonn’

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Gegen die herrschende Klasse

In der sozialen Marktwirtschaft gibt es kaum einen Ort, der so hierarchisch organisiert ist wie eine Universität. Am letzten Freitag hat mich ein Fernsehteam des WDR-Magazins „Westpol“ besucht, um sich die Missstände in der Lehre zeigen zu lassen. Also standen wir im Eingang des Juridicums und haben uns die Klagelieder der passierenden Studenten angehört: Über Studienbedingungen und die Betreuung durch die Professoren. Irgendwann fragt dann der WDR-Reporter: „Würden Sie das auch vor der Kamera sagen?“ Vehementes Kopfschütteln – Auf keinen Fall. Man wisse ja nicht, welcher Professor die Diplomarbeit betreuen wird. Nicht, dass man ausversehen dem Falschen auf die Füße tritt.

Schicksale hängen ab von der Bewertung eines einzelnen Professors. Kritik beendet Karrieren. Das Humboldt-Studium unterbindet jedes Aufbegehren. Kein Unternehmen kann es sich leisten, so mit seinen Mitarbeitern umzugehen. (weiterlesen…)

Symbolbild

Den Kopf in den Sand stecken

Rede zur Eröffnung des akademischen Jahres am 19. Oktober 2009

„Sie mögen mir das heute hoffentlich verzeihen. Eigentlich rede ich ungerne schlecht über Dinge. Aber ich habe mir sagen lassen, dass es heute dramaturgisch mein Job sei, für einen ganz kurzen Moment die Feststimmung zu unterbrechen, um Schlechtes zu kritisieren und auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

Ich bin jedes Mal überrascht, wenn ich lese oder höre, dass die Universität viel zu sehr zum Unternehmen wird. Nun sind wir uns sicherlich alle einig, dass eine Universität kein reines Unternehmen sein kann oder sein sollte, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass die real-existierende Universität Bonn viel weniger einem Unternehmen gleicht als vielmehr einer Behörde, die sie noch viel weniger sein sollte. (weiterlesen…)